Spezi zu Injera und Yaprax - Interkultureller Brunch im Zeichen der Bayernkoalition

20181114 120038 HPFlüchtlingsklassen der Berufsschule und FAG Gymnasiasten feierten gemeinsam „Nachwahlparty“.

Beim Foto-Wettbewerb des BDKJ Neustadt/Aisch zur Landtagswahl 2018 haben die beiden Flüchtlingsklassen (BIK2a und BIK2b) der Staatlichen Berufsschule Neustadt/Aisch  einen Sonderpreis gewonnen; das heißt Gutscheine für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke im Wert von 100,00 € für einen interkulturellen „Wahlbrunch“ von deutschen Gymnasiasten mit den Asylbewerbern.

Die Mitglieder der AG Landtagswahl waren begeistert, dass die Kooperation Friedrich-Alexander-Gymnasium und Staatliche Berufsschule in Neustadt/Aisch so toll funktioniert hat und die beiden Flüchtlingsklassen an der U18-Wahl teilgenommen haben. Die Jury fand auch die Idee mit dem gemeinsamen Mittagessen klasse und wollte dieses gerne mit den Gutscheinen für Lebensmittel unterstützen.

Passend zur Koalition aus CSU und Freien Wählern gab es Spezi bei der interkulturellen Nachwahlparty vom FAG  P-Seminar und den Berufsintegrationsklassen der Berufsschule.

Ob die Bayernkoalition für die jungen Asylbewerber aus Afghanistan und Äthiopien leichter Ausbildungs- und Arbeitsgenehmigungen erteilt, als dies bisher der Fall war, bleibt abzuwarten.

Trotzdem wurde der Sonderpreis für die Teilnahme am FAG  Wahlprojekt U18 natürlich gefeiert..

„Probier mal das Huhn, das ist das Beste“, sagt Muktar, reißt ein Stück ab vom säuerlichen Hirsefladen – Injera genannt – und wickelt darin eine mundgerechte Portion Hähnchenragout ein.  Injera ist somit Speise und Teller zugleich. So wird in Äthiopien gespeist. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber lecker, scharf gewürzt und sehr gesellig. 

Sambusak. Orientalische Teigtaschen gefüllt mit Spinat-Schafskäse-Füllung oder Rindfleisch-Füllung gab es kalt und warm zu genießen.

Die vier yessidischen Schüler von der Berufsintegrationsklasse an der Staatlichen Berufsschule Neustadt/Aisch hatten Yaprax, mit Reis, Dill, Joghurt und Hackfleisch gefüllte Weinblätter von zuhause mit gebracht. Da viele Kurden von der Landwirtschaft leben, gehören viel Gemüse, Fleisch und Getreide aber auch Käse und Joghurt zu den Grundnahrungsmitteln der Yessiden.

Einen geschmacklichen Kontrapunkt setzten Pelmeni (russisch: пельмени). So heißt diese Nudel-spezialität mit Fleischfüllung, die Vitaly und Vadim dabei hatten. Dieses Gericht stammt aus Sibirien und war eine beliebte Speise der Kutscher auf ihren langen Reisen durch das riesige, kalte Land.

Als Nachspeise beim interkulturellen Wahlergebnisbrunch gab es u.a. Basbou, einen syrischen Grießkuchen, den Haya aus Damaskus selbst gebacken hatte. Es ist dort auch ein Ramadan Special und schmeckte ganz lecker zum frisch gebrühten äthiopischen Kaffee.

20181114 133311 HPDie Speisenkarte war so vielfältig wie die Klassenzusammensetzung der 26 Schüler mit 11 unterschiedlichen Nationalitäten und 7 verschiedenen Glaubensrichtungen.

Die Schüler aus dem P-Seminar „Politik“ von Andrea Petra Leindecker waren sehr positiv von der Gastfreundschaft der jungen Flüchtlinge überrascht. Selbst brachten sie belegte Veggie-Brötchen und Kuchen (Halal) zum Begegnungsbrunch mit. Im normalen Schul- und Familienalltag hatte man bisher wenig Kontakt zu Flüchtlingen. Das Projekt erweiterte das politische Blickfeld sehr.

An der Berufsschule zeigte sich BIK-Koordinatorin Ella Wunder und Sozialkundelehrer Siegfried Holzmann besonders stolz darauf, dass die ausgezeichneten Begegnungsprojekte von Flüchtlingen mit Kollegstufenschülern des FAG mittlerweile schon in das vierte Jahr gehen.

Die Begegnung hat dann bei den Abiturienten noch zu einigen Gesprächen geführt.

Jonas Henschker vom FAG ist in der SMV aktiv und möchte sich um ein Mitwirken eines Flüchtlingsteams beim großen Fußballturnier im Frühjahr am Gymnasium bemühen. Dies würde dann aber nur die besten Fußballer erreichen. Die Gruppe fände aber eine Beteiligung möglichst aller Jugendlicher wünschenswert und denkt an ein kleines, gemeinsames Fußballturnier mit gemischten Mannschaften. Mädchen und Jungs aus beiden Schulen bunt gewürfelt. Dies fand allgemeine große Zustimmung. Es gibt auch schon einen konkreten Terminvorschlag vielleicht noch vor Weihnachten.