Pädagogischer Tag an der Berufsschule Neustadt/Aisch unter dem Motto „Sicherheit an unserer Schule“

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Löschen eines Magnesiumbrandes (Foto: Fa. Brandschutzhelferausbildung Thomas Till, Cadolzburg)

Aus organisatorischen Gründen fand der Pädagogische Tag nicht wie üblich am Buß- und Bettag, sondern an zwei Nachmittagen in der letzten Schulwoche vor den Weihnachtsferien statt. Nach allgemeinen Informationen der Schulleitung und der Vorankündigung der für den 12. Mai 2022 geplanten Berufsbildungsmesse „Berufliche Bildung – Zukunft für Alle“ im KKC Bad Windsheim durch Herrn FOL Klaus Schmidt widmete sich das Kollegium den wichtigen Bereichen Arbeitsschutz, Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen.

Herr FOL Harald Nenning ließ die Entwicklungen von der 2012 vom TÜV als mängelfrei abgenommenen Metallwerkstatt in Bad Windsheim über die Gegebenheiten im Zusammenhang mit dem Neubau der Werkstätten und Klassenzimmer in Neustadt/Aisch bis hin zur Erstellung der Betriebsanweisungen und Gefährdungsbeurteilungen durch ein vom Sachaufwandsträger beauftragtes Gutachterunternehmen Revue passieren. Ex-Schutz-, Lärm- und Lichtgutachten stehen noch aus. Ein Zusammenhelfen der Gutachter und der Lehrkräfte aus den Fachbereichen ist nun auch in der Endphase noch einmal erforderlich. Bis Ende Januar müssen von den Kollegen der Berufsschule alle erstellten Betriebsanweisungen geprüft und Gefährdungsbeurteilungen angeschaut werden, um ggf. noch notwendige Änderungen oder Ergänzungen vornehmen zu lassen. Danach sind die Unterweisungen für die Auszubildenden bindend und die Nutzung der Maschinen in den Werkstätten der Berufsschule Neustadt/Aisch sicher.

Neben der Gefahr von Verletzungen im fachpraktischen Unterricht gilt es jedoch, sich mit vielen weiteren Situationen bzgl. der Krisenintervention an Schulen zu beschäftigen. Ansprechpartner sind hier u.a. die Sicherheitsbeauftragten der Schule. Diese Aufgabe haben an der Berufsschule Herr FOL Bernd Mang und Herr FOL Willi Meyer übertragen bekommen. Sie referierten über die Erstellung des jährlich zu aktualisierenden Sicherheitskonzeptes inklusive des Alarmplans und der Räumungsübungen mit an der Schule Tätigen. Dabei galt es darzustellen, wer im Notfall - z.B. bei Brand, Bombenalarm, Gewalt, Bedrohung, Amoklauf, Suizid, Straftat mit Betäubungsmitteln etc. - was zu tun hat. Welche Klassen werden wohin evakuiert oder von wem betreut? Welche Lehrkraft steht ggf. beim Ablageplatz der Toten? Wer übergibt wo die Schüler_innen an die Eltern? Viele Fragen, auf die im Notfall richtig und schnell reagiert werden muss. Deshalb wurden die Abläufe nicht nur besprochen, sondern die Sammelplätze sowie der Helikopterlandeplatz auch aufgesucht.

Zurück in der Schule gab es von Herrn Dr. Friedrich Fechter Informationen zum Vorgehen bei Krisenfällen. KIBBS, das Kriseninterventions- und -bewältigungsteam bayerischer Schulpsychologinnen und Schulpsychologen unterstützt die Schulen durch Vorsorge (z. B. durch Fortbildungen zu psychologischen Grundlagen der Krisenintervention), Fürsorge im Krisenfall und Nachsorge nach der akuten Krise. Die Anforderung von KIBBS läuft grundsätzlich über die Schulleitung.  

Am zweiten pädagogischen Halbtag erfolgte für alle Lehrkräfte und Verwaltungsangestellten die Brandschutzhelferausbildung, die nur von speziell geschultem Personal durchgeführt werden darf. Herr Till von der Fa. Brandschutzhelferausbildung Thomas Till, Cadolzburg, schulte die Teilnehmer in Theorie und Praxis.
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Herr Till beim Vortrag in der Berufsschule Neustadt a. d. A. (Foto: Fa. Brandschutzhelferausbildung Thomas Till, Cadolzburg)

Neben den rechtlichen Grundlagen, den Sicherheitskennzeichen und der Erläuterung zu den verschiedenen Feuerlöschern ging es vor allem auch um richtige Verhaltensweisen im Brandfalle. Interessant war die Feststellung, dass in allen Ländern die Fluchtwegzeichen oben unterhalb der Decke angebracht sind und bei starker Rauchentwicklung dann nicht mehr gesehen werden. Nur in Japan befinden sich diese Zeichen am Boden über dem Fußsockel. Nach konkreten Fallbeispielen zum Löschen von brennenden Personen und erster Hilfe bei Brandverletzten wurde selbst Hand angelegt: Ein im Pausenhof entfachtes Feuer galt es zu löschen!

Auf dem Weg zur sichersten Berufsschule gilt es, noch ein paar „Baustellen“ abzuarbeiten. Eine allgemeine Unterweisung des Personals nach den Grundlagen der BG wird durch Herrn Jürgen Scharf vom Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit - Arbeitsmedizinisches Institut für Schulen (AMIS-Bayern) erfolgen. Für eine Ersthelferausbildung/-auffrischung, die zuletzt im Februar 2017 von den Lehrkräften und Verwaltungsangestellten absolviert wurde, gibt es erst ab dem Sommer 2022 wieder freie Plätze.